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Bayerisches Wörterbuch (BWB)

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Das Projekt „Bayerisches Wörterbuch“

Das Bayerische Wörterbuch erforscht und dokumentiert den gesamten bairischen Wortschatz aus Oberbayern, Niederbayern, der Oberpfalz und den angrenzenden bairischen Gebieten Bayerisch-Schwabens sowie Mittel- und Oberfrankens. Neben den heute gesprochenen Mundarten wird auch die literarische Überlieferung aus Bayern seit ihren Anfängen im
8. Jahrhundert berücksichtigt.

Das Bayerische Wörterbuch ist ein Grundlagenforschungsprojekt und eines der ältesten Forschungsprojekte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) überhaupt. Die mit der Herausgabe des Wörterbuchs beauftragte „Kommission für Mundartforschung” wurde bereits im Jahr 1911 gegründet. Im Zuge einer Neustrukturierung dieser Forschungs­einrichtung im Jahr 2015 wurden die bis dahin „Kommissionen” genannten Forschungs­gruppen in „Projekte” umgewandelt. Ein Ausschuss mit sieben Mitgliedern leitet das Projekt „Bayerisches Wörterbuch”. Ein Beirat mit dreizehn Mitgliedern begleitet und berät den Ausschuss.

Das Projekt verfügt über vier wissenschaftliche Mitarbeiterstellen und eine Sekretariatsstelle (siehe Mitarbeiter). Ein ehemaliger Mitarbeiter im Ruhestand arbeitet noch überwiegend ehrenamtlich am Wörterbuch mit.

Die Sammlung

Von 1913 an wurde systematisch Sprach­material aus allen bairischsprachigen Gebieten Bayerns gesammelt. Es wurden Fragelisten verschickt, z.T. wurde das Material in direkter Befragung der Gewährsleute vor Ort erhoben und es wurde zeitgenössische wie auch historische Literatur exzerpiert. Die Bestände enthalten ca. sieben Millionen Belege. Außer den Wörterlisten, die mittlerweile digital abgerufen und bearbeitet werden können, ist das Material „verzettelt“: Die Belege sind mit den entsprechenden hochdeutschen bzw. quasi-hochdeutschen Stichwörtern versehen und alphabetisch abgelegt (siehe Materialsammlung).

Die Publikation

Seit 1995 wird das Bayerische Wörterbuch herausgegeben. Es erscheint jährlich in ein bis zwei Heften. Je acht oder neun Hefte ergeben einen Band, geplant sind zehn bis zwölf Bände. Publiziert sind bereits die ersten beiden Bände sowie mehrere Hefte des dritten Bandes (siehe Publikationen).

Zu jedem Heft erscheint eine achtseitige Beigabe mit Themen zur bairischen Wortforschung, die in lockerer Form und allgemein verständlich dargestellt werden. Besonders an den Mundarten interessierte Laien freuen sich über diese Schmankerl (siehe Goggolori).

Das Bayerische Wörterbuch digital

Ein großer Teil der Sammlung des Bayerischen Wörterbuchs, die sogenannten „Wörterlisten“, wurde im Jahr 2015 gescannt und in einer Datenbank zusammengestellt. Die IT-Abteilung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften entwickelte Bearbeitungstools nach den Wünschen der Wörterbuchredaktoren. Damit wird das sehr zeitraubende händische Exzerpieren der Listen durch bequemere und schnelle Bearbeitung am Bildschirm ersetzt. Diese Tools haben zudem den Vorteil, dass das Material allen Sprachforschern wie auch jedem an den bairischen Mundarten Interessierten via Internet zur Verfügung gestellt werden kann.

Geplant ist, die Bände des Bayerischen Wörterbuchs nicht nur in Buchform, sondern auch im Internet zu veröffentlichen. Dafür müssen die bereits publizierten Bände eigens aufbereitet werden, um sie mit praktischen Suchfunktionen ausstatten zu können.

Das Bayerische Wörterbuch in der Öffentlichkeit

Um das allgemeine Interesse an den bairi­schen Mundarten zu stärken, engagieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayerischen Wörterbuchs regelmäßig in der Öffentlichkeit (siehe Aktuelles).
So betreut Projektleiter Professor Anthony Rowley seit 2008 im Bayerischen Fernsehen mit „Host mi?“ in der Sendung „Wir in Bayern“ das bayerische Wörterraten und kann sich über die lebhafte Beteiligung einer wachsenden Zuschauerzahl freuen.

Förderung

Das Bayerische Wörterbuch wird als Vorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften vom Freistaat Bayern finanziert.