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Bayerisches Wörterbuch (BWB)

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Aufbau des Wörterbuchs und seiner Artikel

Das Wörterbuch soll in zehn bis zwölf Bänden mit jeweils ca. 1700 Spalten erscheinen, zwei Bände sind publiziert, vom dritten Band sind mehrere Lieferungen erschienen (siehe Publikationen).

Der Wortschatz erscheint in alphabetischer Reihenfolge, mit Ausnahme der Komposita (z.B. [Palm]buschen) und Präfixableitungen (z.B. [ab]buschen), die direkt auf das Grund­wort (im Beispiel Buschen) bzw. das Simplex (im Beispiel buschen) folgen. Das hat zum einen sprach­systema­tische Gründe, zum anderen liegt es einfach daran, dass das Material auf diese Weise in der Kartei abgelegt ist.

In der Alphabetstrecke sind die Buchstaben B- und P-, D- und T- sowie F- und V- zusam­men­­gefasst, denn in den meisten Dialekten Bayerns werden diese im Anlaut gleich ausgesprochen und sind auch historisch nicht immer zu trennen.

Die Details zu Fragen der Stichwortvergabe, zur Behandlung von Haupt- und Neben­stich­wörtern sowie von mehrgliedrigen Wörtern, zur Anordnung der Artikel, zur Verweisstruktur u.ä. sind in der Einleitung zu Band I des Bayerischen Wörterbuchs eingehend erörtert.

Auswahl der Stichwörter

Das Wörterbuch behandelt den gesamten Wortschatz der bairischen Dialekte in Bayern. Es ist nicht auf mundartliches Wortgut allein beschränkt. Auch Wörter der Umgangssprache und der überörtlichen Verkehrssprache werden aufgenommen, wobei die Unterscheidung der Sprach­schichten nicht immer einfach ist.

Heiligennamen und Vornamen werden als Stichwörter aufgenommen, wenn ihnen sprachliche oder volkskundliche Bedeutung zukommt, beispielsweise Abraham vor allem wegen der Redens­art in Abrahams Wurstkessel. Geographische Namen und Familiennamen erhalten in der Regel kein eigenes Stichwort. Sie können aber innerhalb eines Wortartikels zu einem appella­ti­vi­schen Stichwort behandelt werden, wenn das Wort häufig auch als Name vorkommt, so die Namen in den Artikeln Ache ‘fließendes Gewässer’, Beunde ‘(eingezäuntes) Grundstück’.

Aufbau der Artikel

Jeder Artikel ist materialgestützt, das heißt, er bildet nicht eine angenommene Sprachwirklich­keit ab, sondern vielmehr einzig und allein das am Projekt gesammelte Material. Dieses bedarf freilich einer umfassenden sprachwissenschaftlichen Interpretation, die bereits bei der Stich­wort­vergabe des noch ungeordneten Materials beginnt. Sie ist ohne umfassende sprachgeo­graphische und sprachhistorische Kenntnisse und Erfahrung nicht möglich. Man muss die Lautgrammatik kennen, um z.B. zu wissen, in welcher Gegend eine Lautform Bīn ‘Böden’ und wo sie ‘Bühne’ bedeutet, denn davon hängt ab, welches Stichwort anzusetzen ist. Aber auch sachliche und volkskundliche Kenntnisse sind nötig, um die Bedeutungen korrekt erfassen und beschreiben zu können, z.B. bei komplizierten Gerätschaften, bei früheren Bräuchen, bei Krankheitsnamen oder bei Wörtern mit einem sehr breit gefächerten Bedeutungsspektrum wie z.B. Boden.

Die Gliederung eines Artikels ergibt sich aus den unterschiedlichen Bedeutungen des dargestellten Wortes. Zur Struktur siehe Artikelaufbau.